Arbeit fürs Klima - wieso wir den Handabdruck brauchen

Was fehlt beim WWF-Fussabdruck Rechner? 37 Fragen zum Konsum musste ich beantworten, aber keine einzige zu meiner Arbeit. Dabei hat die Arbeit fürs Klima ein enormes Potential.
 
Deshalb sollte neben dem Fussabdruck auch der Handabdruck berücksichtigt werden, dass was wir aktiv mit unseren Händen und Köpfen bewirken, unsere Arbeit. Gewisse Kritiker wenden hier ein: Der US-Umweltprediger Al Gore würde uns nun vorrechnen, das die Wirkung seiner Vorträge zum Klimawandel die Treibhausgase mehrfach kompensiere die seine Villa und seine Weltreisen verursachen.
 
Ein Gegenbeispiel: 
Wie ökologisch lebt der Computer-Nerd der nie seine Wohnung – zufälligerweise Minergie-P – verlässt und nur von Brot und Wasser ernährt, wenn er gleichzeitig mit seiner Arbeit der Erdölindustrie hilft die Erdölförderung zu optimieren. Oder gar Online-Kampagnen gegen den Klimaschutz durchführt? Gemäss Fussabdruck und WWF-Rechner ist er ein Vorbild. Oder um Al-Gore zu nehmen: Hätte er in Amerika bleiben sollen und auf sein Film «An Inconvinient Truth» verzichten sollen? Oder sollte Greta Thunberg in Schweden bleiben, statt mit dem Zug (Kohle-)Strom zu verbrauchen und durch Europareisen um die Schülerproteste unterstützen?
 
Der Handabdruck, die Arbeit, eines jeden Menschen ist wichtig – auch fürs Klima. Und die Gefahr das wegen des Handabdruckes die Bemühungen für einen tieferen Fussabdruckes leiden, ist theoretisch höher als in der Praxis. In der Wirtschaft sind es beispielsweise tendenziell jene Unternehmen, welche daran sind ihren Fussabruck zu reduzieren, welche sich auch dafür interessieren einen positiven Handabruck aufzuweisen.
 
Und die Wirkung der Arbeit ist nicht zu unterschätzen. Es sind motivierte ArbeiterInnen, welche den Klimaschutz voranbringen. Welche Solarpanels installieren, Gebäude renovieren, Klimaprojekte realisieren. Doch nicht nur wer im Bereich des Klimaschutzes arbeitet kann über seine Arbeit zum Klimabeitragen. Zahlreiche Unternehmen setzen sich Klimaschutzziele, damit sich ihre MitarbeiterInnen besser mit der Organisaiton identifizieren können und motivierter zur Arbeit kommen. Und damit sich die Mitarbeitenden Zuhause am Familientisch nicht vor ihren Klimastreikenden-Kinder rechtfertigen müssen. Wenn du etwas fürs Klima tun willst, frage mal beim Bewerbungsgespräch was den das Unternehmen für den Klimaschutz tue. Und schiebe nach: Ich kann nur hier arbeit wenn das Unternehmen sich ernsthafte Klimaziele setzt.
 
Aber nicht nur über die Erwerbsarbeit kann ein Beitrag zum Klima geleistet werden. Auch in der freiwilligen Arbeit: Lade deine Nachbarn zum Essen ein und zeige wie man fein vegetarisch kochen kann. Organisiere Nachbarschaftsanlässe. Umso attraktiver die Nachbarschaft umso tiefer die Mobilität. Oder organisiere ein Veloflicktag. Frage dein Nachbar ob du ihm mal helfen sollst offerten für eine Wärmepumpe zusammen zustellen um seine Erdölheizung zu ersetzen.
 
Ich sage nicht, wir sollten nicht mehr auf den Fussabruck achten. Aber der Handabdruck, die Arbeit, und ihr Potential für das Klima, verdienen vielmehr Beachtung.

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