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Schafshirten und Bären (Leserbrief erschienen im Tages-Anzeiger) |
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Freitag, 09. Juli 2010 um 06:40 Uhr |
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In der Schweiz ist Mehrheit der Schweizer Bevölkerung gegen den Abschuss von Bär und Wolf. Das zeigt: Die Existenz dieser Gross-Raubtiere sind für viele eine grosse Freude und ein Zeichen der verbleibenden intakten Natur unserem Lande. Auch kann nicht der Schutz von Gross-Raubtieren wie Löwen, Tiger, Geparden etc. verlangt werden, wenn wir sie bei uns zuhause abschiessen. Wenn Wolf oder Bär für den Menschen gefährlich werden, mag ein Abschuss angemessen sein. Doch die Kreise die heute gegen den Wolf und Bären schiessen, wollen diese in der Schweiz wieder ausrotten. Es genügt ihnen nicht das bereits 5 der 15-20 in der Schweiz lebenden Wölfe abgeschossen wurden. Insbesondere die Argumentation der Schafzüchter ist dabei haarsträubend. Denn nur etwa 1 Prozent der Schafe, welche frühzeitig sterben, werden vom Wolf getötet. Die anderen 99 % verenden meist an Krankheiten, verhungern weil sie im Geröll steckenbleiben oder verunfallen. Und die Schafe die überleben? Sie werden vom Menschen für den Eigenverzehr geschlachtet. Kommt dazu das die Schafszucht massivst staatlich subventioniert wird, auch Dank Unterstützung von SP und Grünen. Diese Unterstützung sollte aber in Frage gestellt werden, wenn die Schafzüchter den Schutz von Bär und Wolf weiter aufzuweichen versuchen und sich einer konstruktiven Lösung verschliessen.
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Die Tücken des Autokaufs (Themenzeitung Mobilität) |
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Dienstag, 15. Juni 2010 um 07:24 Uhr |
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Autoschweiz ist beim Autokauf ein schlechter Ratgeber. Als Vereinigung der Autoimporteure muss sie deren Interesse vertreten. Und diese lauten: Umsatz maximieren! Deshalb will Ihnen Autoschweiz und die gesamte Autoindustrie beim Autokauf möglichst viel Geld aus der Tasche nehmen. Das ist nicht ein Verbrechen, so funktioniert nun mal der Markt. Das Problem ist nur, dass sie schlussendlich mehr bezahlen, zu unglücklichen Entscheiden animiert werden und die Umwelt darunter leidet.
Wieso? Autoschweiz verdient am meisten Geld mit grossen, schweren und teuren Autos. Am liebsten drehen sie Ihnen einen XXL-Offroader an. Entsprechend sieht auch die Werbung aus. Ihr Nachteil: Sie zahlen nicht nur einen hohen Kaufpreis, sondern später auch hohe Treibstoffkosten und mehr Steuern. Wirklich glücklich werden Sie damit auch nicht. An die vielen Extras gewöhnt man sich schnell. Zwar kann ein grosser Geländewagen ein höheres Machtgefühl verleihen oder eine Luxus-Karosse Status demonstieren, doch geht diese Freude auf Kosten anderer und auch an dieses Gefühl gewöhnen sie sich rasch. Gesellschaftlich ist es ein Negativ-Summenspiel. Bald freuen Sie sich nicht mehr, als wenn sie ein bescheideneres Auto gekauft hätten. Aber dann hat Autoschweiz ihr Geld schon kassiert – und sie zahlen weiterhin hohe Benzinkosten. Der nächste Kostenschub kommt, wenn sie ihren ineffizienten Neuwagen weiterverkaufen wollen. Auf dem Occasion-Markt sind die Käufer rationaler und wollen deshalb effiziente Fahrzeuge. So ist der Wertverlust eines ineffizienten Fahrzeuges höher. Schliesslich zur Umwelt: Diese leidet proportional zu den Benzinkosten. Ein Auto mit tiefen Benzinkosten ist deshalb auch klimafreundlich. Umgekehrt reduziert der Klimaschutz damit auch ihre Benzinkosten. Doch das interessiert Autoschweiz nicht. Deshalb hat sie in Bern gegen griffige Massnahmen lobbyiert, welche dazu geführt hätten das Autohändler für effiziente statt ineffiziente Fahrzeuge einen Bonus erhalten. Leider hatte das Lobbying Erfolg. Während die EU die Durchschnitts-Emissionen auf 130g/km reduziert, kann Autoschweiz weiterhin Autos mit durchschnittlich 150g/km importieren – damit wird der Autoverkäufer weiterhin mehr verdienen, wenn er ihnen ein ineffizientes Auto andreht. Denken sie beim Autokauf daran!
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Fertig abgezockt (Tagblatt der Stadt Zürich) |
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Montag, 22. März 2010 um 13:08 Uhr |
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Im Nationalrat diskutieren wir Minders Abzocker-Initiative. Grüne, SP und neu auch SVP sind dafür. Mitte Parteien haben den Handlungsbedarf noch nicht erkannt. Die SVP möchte aber lieber keine Volksabstimmung zu diesem Thema. Kein Wunder: Bis vor der Finanzkrise hat sie genau solche Vorschläge noch kategorisch abgelehnt und eine sehr neoliberale Finanzpolitik verfolgt. Und bei einem Abstimmungskampf zur Abzockerei, müsste sich wohl noch so mancher SVPler über seine eigene Abzockerei rechtfertigen. So ist auch zweifelhaft ob die aktuelle Zustimmung zur Abzocker-Initiative eine nachhaltige Einsicht zugrunde liegt. Deshalb ist ihre Strategie mittels indirektem Gegenvorschlag das Thema runter zu kochen und nicht allzu verbindlich fest zu halten nicht sehr glaubwürdig.
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Green Change für die 2010er-Jahre (Tagblatt der Stadt Zürich) |
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Dienstag, 29. Dezember 2009 um 00:00 Uhr |
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Die 2000er waren wirklich Nullerjahre. Die neoliberale Globalisierung der 1990er geriet ins Stocken. Nicht unberechtigt, denn sie beschädigte viele kulturelle, soziale und ökologische Werte. Das löste Widerstände aus. Gescheiterte WTO-Verhandlungen, verstärkte nationale Kräfte und religiöser Extremismus sind auch Reaktionen auf eine überstürzte Globalisierung. Ihre Förderer trieben sie nach dem Laisser-faire-Prinzip voran und wollten mit ihr vor allem Handelsschranken abbauen. Am Ende dieser Entwicklung steht die Finanzkrise.
Der gerade gescheiterte Kopenhagener Klimagipfel zeigt, dass eine verbesserte globale Zusammenarbeit nötig ist, um unseren Planeten vor Umweltzerstörungen wie der Klimaerwärmung zu schützen. Dasselbe gilt für die notwendigen wirtschaftlichen Regulierungen – etwa zur Beschränkung von Boni-Exzessen – wie auch für die Prävention von Krieg und Terrorismus. Nach der neoliberalen Globalisierung und dem darauf folgenden Stillstand muss nun eine Globalisierung der ökologischen und sozialen Rahmenbedingungen der Wirtschaft
folgen.
Der vom französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy ernannte wissenschaftliche Wirtschaftsrat um den Nobelpreisträger Joseph Stiglitz hat erkannt, wie entscheidend es ist, dass wir bei der Beurteilung unserer Wohlfahrt endlich aufhören, das Bruttoinlandprodukt als zentrales Kriterium anzuwenden. Stattdessen gehört das Wohlbefinden der Menschen stärker ins Zentrum. Nicht nur hier und heute, sondern auch morgen und anderswo. Was das für die Politik und die Schweiz bedeutet, ist zentrales Thema meines Buches mit dem Titel «Green Change», das im Frühling in die Buchhandlungen kommt. Bereits heute kann man es auf meiner Internetseite vorbestellen.
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