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Ablesen aus Distanz und Verwendung als Fahndungsdatenbank (NZZvotum) Drucken E-Mail
Montag, 11. Mai 2009 um 10:41 Uhr

In der SF Arena gemachte Aussagen der Befürworter der Vorlage zu den biometrischen Pässen sind nach nur einer Woche nicht mehr aktuell. Die Befürworter der Vorlage zu den biometrischen Pässen haben bis gestern Sonntag immer kategorisch abgestritten, dass die zentrale biometrische Datenbank auch als Fahndungsdatenbank genützt werden könnte. Nun streiten einige Befürworter dies nicht mehr länger ab, ja, sie fordern sogar, dass die Datenbank zu Fahndungszwecken genutzt werde.

 

 

Zuerst zum Ablesen des RFID-Chips aus Distanz: Schön, dass der Journalismus funktioniert und die Studie des Bundesamts für Kommunikation (Bakom) zu den biometrischen Pässen rechtzeitig öffentlich gemacht wurde. Obwohl das Resultat nicht neu ist: In der SF Arena am Freitag vor einer Woche sagte ich bereits, dass Wissenschafter gezeigt haben, dass sich der RFID-Chip auf eine Distanz von 10 Metern lesen liesse. Hierauf widersprach Frau Bundesrätin Widmer-Schlumpf, es sei "ganz klar", dass man mit einem Lesegerät auf 20 Zentimeter heran müsse, um Daten ablesen zu können, doch wolle sie sich aber nicht mit mir eine Technologie-Diskussion einlassen. Dann verwiese sie auf ihren “Experten” des Bundesamts für Polizei (Fedpol). Bundesrat offenbart Unwissen bei Technologie-Diskussion Dies bringt genau das Problem bei der Vorlage zu den biometrischen Pässe zum Ausdruck: Bundesrätin Widmer-Schlumpf hat leider keine Ahnung von der Technik und lässt sich zudem nur unzureichend und von den falschen Experten beraten. Bereits die Kollegen des Bakom hätten ihr sagen können, dass meine Aussage zutrifft und sich Signale des Chips auch aus einer Luftdistanz von 50 Zentimetern bis zu 25(!) Metern ablesen lassen. Nun meinte ihr „Experte“ Guido Balmer, dies sei ja nicht so schlimm, da die Daten verschlüsselt seien. Schon wieder falsch! Denn dank dieser Technologie könnten zum Beispiel Deutschland und Frankreich viel effizienter gezielt nach gewissen Schweizer Bankern fahnden, schliesslich haben alle Länder den Code, um den RFID-Chip auszulesen. Genau deshalb sollten wir verhindern, dass der in dieser Sache etwas naiv agierende Bundesrat mit der Vorlage zu den biometrischen Pässen noch die Erlaubnis bekommt, diese problematische Technologie auch auf die Identitätskarte zu pflanzen. Bleibt noch die Mär, die zentrale Datenbank mit den biometrischen Daten könne nicht gehackt werden. Ein gut dotierter Wettbewerb würde auch hier rasch zeigen, dass sich_Hacker relativ einfach über einen der zahlreichen Arbeitplätze Zugang zu dieser Datenbank verschaffen und somit in der Privatsphäre der Schweizer Bevölkerung schnüffeln können. Und also doch: die Fahndungsdatenbank Ähnlich lange bzw. kurze Beine beweist nun auch die Aussage, die zentrale Datenbank mit den biometrischen Daten würde nicht als Fahndungsdatenbank genutzt. Gestern Sonntag, 10. Mai, verlangen Befürworter der Vorlage zu den biometrischen Pässen, dass diese Datenbank auch als Fahndungsdatenbank verwendet wird. Nachdem dies immer kategorisch abgestritten worden war (die Details dazu: http://sonntagonline.ch/index.php?show=news&id=282). Hier gehts zur Debatte auf NZZvotum …

Kommentare
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karlo   |84.75.54.xxx |2009-06-02 19:03:12
Hätten alle Menschen auf der Erde den Lebensstandart eines Schweizer
Sozialhilfeempfängers, gäbe es kaum mehr Immigration.
Höchstens noch, weil
sich in unserem Land Leistung lohnt und die Schweiz von ihrer Umwelt her ein
schöner Ort zum Leben ist.
odin  - Title   |217.162.131.xxx |2009-06-15 22:13:13
@ 8. karlo | June 2nd, 2009 at 1:30 pm

Eigentlich reden wir hier über
den biometrischen Pass und nicht über den Pass als solches. Deine Abschweifung
vom Thema wird immer absurder und diffuser.

Ich möchte mal wissen, wie du
ohne Pass bei einem Jugendlichen bestimmen kannst, ob dieser in deiner Beiz
Alkohol trinken darf oder nicht? Wie machst du das beim Tabakverkauf? Wie
läuft das beim Führerausweis? Wie siehts beim Schutzalter aus? Wie ist es mit
der Kinderheirat?? Wie verhinderst du Vielehen? Wie kannst ohne
Identitätsnachweis wichtige Verträge abschließen?? Möchtest du das in einer
Welt ohne Papiere jeder Trottel in deine Person schlüpfen kann?? Jeder der
möchte kann sich dann als Schweizer bezeichnen, abstimmen gehen, Bundesrat
werden und gleichzeitig als US-Präsi oder nordkoreanischer Monarch fungieren.
Das alles in einer Welt ohne Papiere....Wirklich wunderbar

Wie du jetzt
hoffentlich bemerkst wäre ein Leben ohne Papiere weitaus komplizierter und
risikobehafteter als ein Leben mit Pass und /oder ID. Jedem vernünftigen
Menschen würde dieser Umstand eigentlich einleuchten. Deshalb sind deine
Gedankengänge völlig irrsinnig.

Wir sind auch nicht unbedingt darauf
angewiesen, dass es ärmere Länder gibt, damit wir reicher sind als diese.
Genauso gut könnt man sagen, dass es der Schweiz ohne Entwicklungshilfe besser
gehen wird, wenn es keine Entwicklungshilfeempfänger mehr geben würde. Es ist
eine Utopie der Menschheit zu glauben, dass alle Menschen gleich arm oder reich
wären. Für das sind die Völker viel zu unterschiedlich. Reichtum hat viel mit
Fleiss und Eigenverantwortung zu tun, was nie und nimmer flächendeckend
praktiziert werden kann.

Wir sind auch nicht das Land der unbegrenzten
Möglichkeiten und Flächen. Schon nur auf Grund der engen Platzverhältnisse
haben wir keinen Platz für eine Völkerwanderung und Wirtschaftsflüchtlinge.
Mit der Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz hat das eigentlich nichts zu tun.
Vielmehr bestehen viele Länder nicht den Wettbewerb mit der Schweiz, sonst
würden ja nicht so viele Ausländer in der Schweiz einen Job suchen. Von denen
würden nämlich 99% zu Hause bleiben, wenn die Rahmenbedingungwen dort die
gleichen wären wie hier. Schon nur deshalb, weil viele Ausländer und
Ideologien sich nicht an unsere Regeln halten möchten, können wir nicht
unbegrenzt die Schleusen öffnen.
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