Erforschen: Vom Ökosystem zur Wirtschaft

Wieso erwärmt sich das Klima? Wieso wird der Regenwald zerstört? Wie stark und warum ist die Luft verschmutzt? Und wie lassen sich diese Umweltprobleme lösen?

Besuch der Hybdrid-Solaranlage (Wädenswil)

Zugegeben, mich interessierten damals als junger Mensch auch andere Fragen. Zum Beispiel: Wie kann man eine Maschine bauen, die mir auf Bestellung ein Sandwich nach Wunsch produziert? Deshalb beschnupperte ich am ETH-Besuchertag nicht nur Umweltnatur-Wissenschaften, sondern auch das Maschinen-Ingenieur Studium. Doch mir wurde schnell klar, dass die Zukunft der Menschheit und unseres Planeten nicht von noch so intelligenten Sandwichmaschinen abhängt. Meine Motivation, Veränderungen bei den wirklich großen Fragen unserer Zeit voran zutreiben, setzte sich durch.

In den ersten drei Jahren wurde mir klar, dass die ökologischen Zusammenhänge vergleichsweise gut verstanden sind. Aber: Bei den Lösungen fehlt noch das Wissen. Wie kann unsere Gesellschaft und unsere Wirtschaft sich so verändern, dass nicht immer neue Umweltprobleme entstehen und schon bekannte Probleme überwunden werden? Diese Frage kristallisierte sich immer mehr als zentraler Knoten heraus, den es zu lösen gilt. Manchmal bereute ich natürlich nicht Maschinen-Ingenieur geworden zu sein, um über die Entwicklung von umweltfreundlicheren Technologien einen Beitrag zu leisten. Doch inwiefern können saubere Technologien wirklich zur Reduktion der Umweltbelastung beitragen? Oder braucht es nicht eine radikale Verhaltensänderung von uns Menschen? Diese Frage, ob sich eher die Technologien oder die Menschen ändern müssen, konnte ich nach dem Studium noch nicht beantworten. Deshalb machte ich ein Doktorat zu diesem Thema. Ich kam dabei zu dem Schluss, dass saubere Technologien sehr wohl einen wesentlichen Beitrag zur Reduktion der Umweltbelastung leisten können. Doch wie schnell muss dieser technologische Wandel global voran gehen? Dieser Frage bin ich bei meinem Forschungsauftenthalt in Utrecht (Niederlande) nachgegangen. Nun wusste ich, der technologische Wandel ist wirklich der zentralste – wenn auch nicht einzige – Schlüssel für viele Umweltprobleme. Das Verhalten von uns Menschen, etwa beim Konsum und Transport, ist ebenfalls sehr wichtig. Ich bin fest davon überzeugt, dass Menschen mit ihren Konsumentscheidungen, einen großen Einfluss auf die Produktionsweise der Wirtschaft nehmen können. Doch auch wenn Menschen nachhaltigere Produktionsweisen fordern, braucht es Technologien, um diese umzusetzen. Technologie ist heutzutage die Basis von fast allem: Produktion, Transport, Energieerzeugung und vielem mehr. Verbesserte Technologien ermöglichen uns erst eine nachhaltigere Produktion, umweltfreundlicheren Transport und saubere Energieerzeugung. Ich bin heute der Überzeugung, dass man bei der Technologie am längere Hebel sitzt.

Nun, wollte ich wissen wie sich der technologischen Wandel beschleunigen lässt. Und dieser Frage führte mich wieder zurück an die ETH. Diesmal nicht in das Umweltdepartement sondern in das Departement für Wirtschaft und Technologie (MTEC). Wie der technologische Wandel mit gezielter Förderung voran gebracht werden kann, ist Gegenstand meiner aktuellen Forschung und wird auch eine zentrale Frage meiner Habilitation sein. Seit 2016 gebe ich auch eine Vorlesung an der ETH zu diesem Thema. Ab diesem Sommer mache ich zudem noch ein MBA, um die Rolle und das Denken der Unternehmen besser zu verstehen. 

PS: Meine Publikationen, die auf dieser Suche entstanden sind, findest du alle hier.

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  • published this page in Meine Reise 2016-05-05 09:37:23 +0200

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