Definition: Von Bäumen zum Glück

Der Begriff der Nachhaltigkeit kommt ursprünglich aus der Forstwirtschaft. Hier lässt er sich auch einfach definieren: Man darf nicht mehr Bäume fällen als Neue dazu wachsen. Doch für die heutige Wirtschaft ist diese Definition nicht mehr ausreichend. Wie sollte etwa mit Ressourcen umgegangen werden, die nicht nachwachsen, beispielsweise Rohstoffe? Die wohl am häufigsten verwendete und am weitesten anerkannte moderne Definition von Nachhaltigkeit, ist die sogenannte Brundtland-Definition. Sie besagt, dass eine Entwicklung nachhaltig ist, wenn sie die Bedürfnisse der heutigen Generation befriedigt ohne jene künftiger Generationen zu gefährden. Diese Definition beinhaltet zwei Formen von Gerechtigkeit: Einerseits die Gerechtigkeit innerhalb einer Generation. Hier geht es vor allem um einen gewissen Ausgleich zwischen Arm und Reich. Andererseits geht es um eine Gerechtigkeit zwischen heute und morgen, zwischen jetzigen und künftigen Generationen.  

In meinem Buch Green Change schlage ich eine weitere Präzisierung dieser Definition vor. An der Stelle der Bedürfnisse sollte das Wohlbefinden oder Glück gestellt werden. Denn Bedürfnisse sind nicht klar definiert und erlauben nicht bei einem Konflikt verschiedener Bedürfnisse abzuwägen. Etwas verkürzt (und technisch) formuliert: Eine Entwicklung ist nachhaltig, wenn sie das Glück hier und jetzt, genauso aber auch morgen und anderswo maximiert. 

Dabei scheinen mir die oft angewendeten drei Säulen der nachhaltigen Entwicklung – Umwelt, Wirtschaft, Gesellschaft – sinnvoll, um das Konzept runter zu brechen. 

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  • commented 2016-04-20 10:13:08 +0200
    Hoi Bastien,

    ich finde es falsch, dass «Nachhaltigkeit» überhaupt im Zusammenhang mit dem Menschen definiert werden soll. Menschliche Bedürfnisse oder gar Glück (wer weiss schon, was das heute oder gar morgen ist???) haben doch mit einer nachhaltigen Entwicklung/Bewirtschaftung etc. überhaupt nichts zu tun. Nachhaltig heisst das Gleichgewicht bewahrend und bezeichnet also, was gemacht werden muss, um ein zuvor erzeugtes Ungleichgewicht wieder ins Lot zu bringen. So ist das Wort ja offenbar auch entstanden. Man pflanzt wieder, was man zuvor weggenommen hat. Das hat mit menschlichen Bedürfnissen oder gar menschlichem Glück rein gar nichts zu tun.

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